FLUCHTKINO 2017 PDF Print E-mail

FLUCHTKINO
8., 9. und 10 Juni 2017 in Kärnten



Die Initiative Minderheiten zeigt wie im Jahr 2016 auch heuer wieder in Kooperation mit dem Kunstverein Lakeside in Klagenfurt und mit Kärntner Gemeinden und Kulturinitiativen einen Film zum Thema „Flucht“. Der Film wird nach Vorbild des westafrikanischen Wanderkinos „Cinéma Numérique Ambulant“ in drei Kärntner Gemeinden zu sehen sein und soll Alteingesessene und Neuankömmlinge durch einen Filmabend verbinden.  

Stand im letzten Jahr mit ?elimir ?ilniks „Logbook Serbistan“ die Fluchtroute im Mittelpunkt, so wird heuer ein Film ausgewählt werden, dessen Schwerpunkt in der Ankunft der Geflüchteten liegt.
Geplant ist weiters ein 20-minütiger Dokumentarfilm über das Projekt FLUCHTKINO. Alaa Alkurdi und Hanna Schibel, beide Studierende an der Akademie der bildenden Künste, waren im Jahr 2016 an den sechs Abenden in Kärnten mit der Kamera dabei, um die Atmosphäre während der Filmvorführungen einzufangen, die Diskussionen über den gezeigten Film „Logbook Serbistan“ festzuhalten und Gespräche mit den Einheimischen und Geflüchteten zu führen. Sie dokumentieren aus diversen Perspektiven sowohl die Rezeption des Wanderkinos selbst als auch individuelle Fluchterfahrungen und aktuelle Probleme von Asylwerber_innen, Betreuer_innen, Aktivist_innen und anderen Menschen aus der Region, die in der einen oder anderen Form an der Gesamtsituation „Flucht“ in Kärnten 2016 beteiligt waren/sind.

Neben geplanten und verabredeten Interviews wurde der Dokumentation von informellen Gesprächen zwischen Einheimischen, Geflüchteten und Betreiber_innen des FLUCHTKINO-Projekts ein hoher Stellenwert beigemessen. Über klassische Interview-Settings hinausgehend, stand mehrfach auch das Generieren von – teilweise durchaus konfrontativen – Gesprächen unter Geflüchteten verschiedener Herkunft und unterschiedlicher Generationen im Fokus des Filmteams. Durch die Anwendung dieses filmischen Methodenmix sollte ein vielschichtiges Bild nicht nur des Erlebens, sondern auch des Debattierens von Flucht, Asylverfahren und Integrationsprozessen erstellt werden.

Sprache und Übersetzung bildeten eine der zentralen Herausforderungen des Projekts FLUCHTKINO. Die Einführungen in das Filmprogramm vor Ort und die aufgezeichneten Gespräche wurden auf Deutsch, Englisch, Slowenisch, Arabisch und Farsi geführt (den entsprechenden Sprachkompetenzen des gesamten FLUCHTKINO-Teams). Die Problematik von Sprache und Übersetzung ist über die buchstäbliche Ebene hinaus ein Thema des Films, der Fragen der Vermittlung von unterschiedlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen anspricht und dabei auch an den verwandten Ansatz von ?elimir ?ilniks Film „Logbook Serbistan“ rückbindet.

Im Unterschied zu vielen Dokumentarfilmen zum Thema „Flucht“ werden nicht so sehr die persönlichen Geschichten und Schicksale der Geflüchteten im Mittelpunkt stehen, sondern vielmehr das Wanderkino-Projekt als solches im Spiegel seiner Rezipient_innen. Die statische
Atmosphäre, die oftmals in Fluchtfilmen herrscht – die Flüchtlinge erzählen ihre Geschichte und werden in Großaufnahme gezeigt – wird nicht zuletzt durch die Bewegung des Wanderkinos aufgebrochen und durch die Musikauswahl einen „Road-Movie-Charakter“ annehmen, der wiederum eine Parallele zu dem Charakter des 2016 gezeigten Films von ?elimir ?ilnik bildet. Auf Basis unserer Erfahrungen mit dem Screening seines Films in Kärnten wurde auch ein Interview mit ?ilnik geführt, das in unseren Film einfließt.

Der Film über die FLUCHTKINO-Tour von 2016 ist derzeit in der Postproduktion. Ein Trailer zu dem Film soll als Vorfilm zum Programm der FLUCHTKINO-Tour 2017 gezeigt werden.

FLUCHTKINO
Ein Projekt der Initiative Minderheiten mit Unterstützung von Kunstraum Lakeside

Projektleitung: Cornelia Kogoj und Christian Kravagna
Organisation: Nora Leitgeb
Technik und Fluchtauto: Alex Samyi
Filmaufnahmen: Alaa Alkurdi und Hanna Schibel

Gefördert von: Bundeskanzleramt - Kunst und Kultur


 
   
 
 
 
Copyright Initiative Minderheiten 2007