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STIMME Nr. 109/Winter 2018:
Happy Birthday Freie Radios! 20 Jahre Community-Medien in Österreich 

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Es sprach sich herum, es war plötzlich möglich: Radio machen! Wie viele andere, ergriff auch ich Anfang der 1990er Jahre die Chance, eine Radiosendung mitzugestalten. Einmal im Monat trafen wir uns zu viert und nahmen eine Audiokassette mit Informationen und Musik für die türkischsprachige Community auf. Nach vollendeter Arbeit übergaben wir diese an einen „Radiopiraten“, der für die Ausstrahlung sorgte. Wir waren zweisprachig und nannten die Sendung Kapıkule – wie den Grenzübergang zwischen der Türkei und Bulgarien.

Die ersten Piratensender waren in Österreich schon seit 1987 aktiv, bis 1992 gab es allein in Wien 25 Radiogruppen. 1993 stellten die Piratenradios ihre Arbeit ein, um sich auf die Legalisierung der Radioarbeit zu konzentrieren. Im selben Jahr wurde Österreich aufgrund des ORF-Monopols wegen „Einschränkung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung“ vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt. Am 1. April 1998 schließlich ging Radio Orange 94.0 als erstes Freies Radio mit eigener Lizenz auf Sendung.
Heute nach 20 Jahren gestalten bundesweit rund 3000 Redakteur_innen in 14 Freien Radios und drei Community-TVs jährlich 146.000 Programmstunden – zumeist ehrenamtlich, gemeinnützig und werbefrei.

Anlässlich dieses runden Jubiläums hat die Stimme Medienmacher_innen und -forscher_innen eingeladen, dieses Heft gemeinsam zu gestalten.
Maren Beaufort und Josef Seethaler von der Arbeitsgruppe „Media, Politics & Democracy“ an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften machen sich Gedanken über die demokratische Qualität des Journalismus. Die zentrale Frage: Warum braucht eine partizipatorische Demokratie andere Medien als eine rein repräsentative?
Barbara Eppensteiner, Gründungsintendantin des Community-Senders Okto, hat für die Stimme mit jenen Personen gesprochen, ohne deren Engagement und Beharrlichkeit das österreichische Rundfunkmonopol noch viele Jahre bestanden hätte: Anu Pöysko, Alexis Neuberg, Fiona Steinert, Thomas Thurner und Alexander Baratsits erinnern sich an die Debatten und Entscheidungen in der Gründungszeit.
In einem Beitrag über das zweisprachige Kärntner Radio AGORA blickt dessen erster Obmann Kristijan Schellander zurück auf den Kampf der „RadiopartisanInnen“ gegen das Rundfunkmonopol.
Raffaela Gmeiner sprach mit dem Radiopionier und Juristen Alexander Baratsits über Transparente vor Wetterkameras, einen Hubschraubereinsatz in Salzburg sowie das Potential Freier Radios heute.
2018 feiert auch Radio Stimme, die Sendung der Initiative Minderheiten, ihren 20. Geburtstag. Cornelia Kogoj unterhielt sich mit den früheren und heutigen Redakteurinnen Gerd Valchars, Alexander Pollak, Alexandra Siebenhofer und Katharina Bacher über die Bedeutung des Radiomachens für junge Menschen, den selbstgestellten Qualitätsanspruch und die Zukunft Freier Radios.
Rainer Rosenberg, langjähriger ORF-Redakteur und heute Lehrbeauftragter am Publizistikinstitut der Universität Wien, denkt über die Relevanz Freier Radios nach – für die Hörerschaft und für die Macher_innen.
Der Durchbruch für freie Radios in Österreich kam schlussendlich mit dem EuGHMR-Urteil. Der Leiter des Instituts COMMIT Helmut Peissl, mit dessen Unterstützung wir diese Stimme-Ausgabe konzipiert haben, befasst sich mit der Rolle internationaler Institutionen in der Entstehung und Erhaltung nichtkommerzieller Medien.
Einen besonderen Verdienst der Community-Medien kontextualisiert die Historikerin Meike Lauggas anhand einer Studie: Nicht nur Hörer_innen profitieren von den Sendungen, sondern Bildung passiert bei der Sendungsproduktion auch nebenbei.

Es ist wieder Donnerstag! Seit dem 4. November 2018 gehen Menschen – wie auch im Jahr 2000 – jede Woche auf die Straße, um gegen die ÖVP-FPÖ-Regierung zu demonstrieren. Radio Stimme hat berichtet und Julia Schönherr die Nachlese verfasst.

An dieser Stelle begrüßen wir herzlich Duygu Özkan, die beginnend mit dieser Ausgabe für die Stimme Menschen porträtieren wird, deren Geschichten gewöhnlich keinen Platz in den Mainstreammedien finden. Für die erste Folge von Kennengelernt hat sie Melahat Biçer zugehört, die seit 17 Jahren am Viktor-Adler-Markt aufkocht.

Hören Sie viel Radio und bleiben Sie den Stimmen aus der Initiative Minderheiten treu – in Print und on air. Wir werden auch 2019 mit gesellschaftlich substantiellen Themen jede zweite Woche auf Sendung und viermal im Jahr in Ihrem Postfach sein. Und wir bleiben kritisch!
Erholsame Feiertage sowie viel Kraft und Energie für das neue Jahr wünscht
Gamze Ongan, Chefredakteurin

Stimmlage - Hakan Gürses

Lektüre - von Petra M. Springer

Groll - von Erwin Riess

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STIMME: Vierteljahrespublikation zu minderheitenspezifischen Schwerpunktthemen
Jahresabo Euro 20.-, 2 Jahresabo Euro 38.-
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Über die STIMME:

Die STIMME erscheint seit 1991 als Zeitschrift der Initiative Minderheiten. Wurden die ersten fünf Hefte noch von einem ehrenamtlichen Redaktionsteam in unregelmäßigen Intervallen herausgegeben, so erscheint die STIMME seit Anfang 1993 (ab Nr. 6) vierteljährlich in einer Auflage von derzeit 3.700 Stück.
Die Blattlinie ergibt sich aus der Programmatik der Initiative Minderheiten, die für eine minderheitengerechte Gesellschaft eintritt, in der individuelle Lebensentwürfe unabhängig von Merkmalen wie ethnischer, sozialer oder religiöser Zugehörigkeit, sexueller Orientierung und Behinderung als gleichberechtigt und gleichwertig anerkannt sind.
Vor diesem Hintergrund versteht sich die STIMME in erster Linie als eine mediale Plattform für Minderheiten. Jedes Heft beinhaltet einen minderheitenübergreifenden thematischen Schwerpunkt, in dessen Rahmen Anliegen und Forderungen minorisierter Gruppen formuliert und politisch-theoretische Überlegungen ausgetauscht werden können sowie nach gemeinsamen Strategien gesucht werden kann.
Menschenrechts- und Minderheitenorganisationen, so genannte Multiplikator_innen sowie interessierte Einzelpersonen bilden die Zielgruppe der STIMME.

Sollten Sie Interesse an einer bestimmten Ausgabe haben, kann diese via e-mail (email_icon This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it ) zum Preis von EUR 6,- (inkl. Porto und Versand) in unserem Wiener Büro angefordert werden. Ein Jahresabo umfasst jeweils vier Hefte und ist zum Preis von EUR 20,- erhältlich. Für Vereinsmitglieder der Initiative Minderheiten ist der Bezug kostenlos.

Die Liste der online verfügbaren Hefte finden Sie im Navigationsmenü rechts. Die neueren Hefte können Sie als pdf-Dateien herunterladen bzw. online lesen (ausgewählte Texte). Ältere Hefte sind im Archiv als html-Dateien verfügbar.

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STIMME - Zeitschrift der Initiative Minderheiten.

Chefredakteurin: Gamze Ongan

Vierteljahrespublikation zu minderheitenspezifischen Schwerpunktthemen
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