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VIEL GLÜCK! MIGRATION HEUTE

WIEN, BELGRAD, ZAGREB, ISTANBUL

Erhältlich zum Preis von 29,90.- (zuzüglich Versandkosten) bei Initiative Minderheiten: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it   oder telefonisch (+43 1) 966 90 01

Buchcover: Viel Glück!

Schneidertestbogen zur Prüfung der fachlichen Eignung; 1977, Archiv WKÖ, Bestand Kommission Istanbul

Publikation
VIEL GLÜCK!
MIGRATION HEUTE
WIEN, BELGRAD, ZAGREB, ISTANBUL

Der Sammelband Viel Glück! Migration Heute. Wien, Belgrad, Zagreb, Istanbul ist das Ergebnis eines mehrjährigen interdisziplinären Projekts, das von der Initiative Minderheiten initiiert wurde. Die Beiträge widmen sich der Migrationspolitik und deren Auswirkungen in Österreich, Kroatien, Serbien und der Türkei. Historisch verbunden durch die Anwerbe- und Entsendepolitiken in den 1960er Jahren haben diese vier Länder im Globalisierungsprozess der vergangenen zwei Jahrzehnte neue Migrationsbewegungen erfahren. In sechs Kapiteln beschreiben die Autor/innen gegenwärtige Entwicklungen im Lichte historischer Migrationsbewegungen und analysieren gesellschaftliche und politische Reaktionen.

Den Auftakt zum Sammelband macht das Kapitel Migration und Utopie. Ist es vorstellbar, dass in einer fernen Zeit die Bewegungsfreiheit der Menschen nicht mehr eingeschränkt wird? Oder wird Migration vollständig kontrolliert werden können? Wird es in der Zukunft womöglich keinen zwingenden Grund mehr geben, zu migrieren? In der Hoffnung auf positive Prognosen haben wir vier Autor/innen eingeladen, über Utopien im Zusammenhang mit Migration nachzudenken. Die Ergebnisse fielen unterschiedlich aus. Sie reichen von der These der Notwendigkeit utopischer Forderungen als Antrieb für politische Kämpfe über die Kritik an der Vorstellung universeller Bewegungsfreiheit als Utopie bis hin zur Setzung von Migration als „Tod der Utopie“.

Mit den Anfängen der Arbeitsmigration beschäftigt sich das zweite Kapitel mit dem Titel Geteilte Geschichte der Gastarbeit. Die Aufsätze beleuchten die Geschichte der gezielten Anwerbung von Arbeitskräften aus der Perspektive Österreichs und der Entsendeländer Jugoslawien und Türkei sowie die unterschiedlichen Interessen an der Arbeitsmigration. Diese Geschichte hat bis heute Auswirkungen auf den politischen und diskursiven Umgang mit Migration und auf die Bevölkerungsstruktur in Österreich. Ergänzt werden die Beiträge durch bisher unpublizierte Archivmaterialien aus der österreichischen Wirtschaftskammer, die die Abläufe von der Anwerbung bis zur Einreise dokumentieren. Ein Schneidertestbogen aus dem Archiv der Wirtschaftskammer Österreich ist auch am Buchcover zu sehen. Nach dieser Vorlage mussten in den 1970er Jahren die Bewerber/innen in der österreichischen Anwerbestelle in Istanbul ihre Qualifikation als Näher/innen unter Beweis stellen. Die Diskussion um qualifizierte Zuwanderung rückte in den vergangenen Jahren europaweit verstärkt in den Vordergrund politischer Debatten über Migration. Der Wunsch Migration im Dienste „nationaler Interessen“ zu steuern, ist kein neues Phänomen. Damals wie heute ist dieser Forderung immer auch eine Forderung nach dem Ausschluss jener, die nicht „gebraucht“ werden, eingeschrieben.

Der Bezug von der Gastarbeit zur gegenwärtigen Migrationspolitik und -realität wird im dritten Kapitel Migration heute hergestellt. In länderspezifischen Überblicksartikeln informieren die Autor/innen über den jeweiligen Umgang mit Migration und den Einfluss der Europäischen Union auf die nationalstaatliche Gesetzgebung. Im Mittelpunkt der regionalen migrationspolitischen Entwicklungen stehen Regulierungs- und Abschottungsbemühungen. Die Verknüpfung von Migration mit Sicherheit, wie sie die heutige Migrationspolitik europaweit bestimmt, nahm etwa 1975 durch die Gründung der zwischenstaatlichen europäischen Organisation TREVI (Terrorisme, Radicalisme et Violence) ihre Anfänge. In den darauf folgenden Jahrzehnten kam es zu einem massiven Ausbau des europäischen Sicherheitsapparates gegenüber unerwünschten Migrant/innen und zur Implementierung immer restriktiver werdenden Migrationsgesetze.

Ausschließlich der Gesetzgebung widmet sich im vierten Kapitel die Juristische Timeline zu Migration und Asyl. Hier werden nationale sowie internationale Migrationsgesetze und -regelungen dokumentiert, analysiert und verglichen. Der Vergleich ermöglicht einen Überblick über Kontinuitäten und Veränderungen im legislativen Umgang mit Migration und Asyl.

Abgerundet wird der Bild- und Textband mit einer Dokumentation über zwei Ausstellungen im Herbst 2010 in Wien, die sich dem Thema Migration in künstlerischen und kulturellen Produktionen widmen.

Viel Glück! Migration heute. Wien, Belgrad, Zagreb, Istanbul.
Herausgegeben von Vida Bakondy, Simonetta Ferfoglia, Jasmina Janković, Cornelia Kogoj, Gamze Ongan, Heinrich Pichler, Ruby Sircar und Renée Winter für die Initiative Minderheiten

Erschienen im Mandelbaum Verlag Wien
512 Seiten, d/e, mit Abbildungen, ISBN 978-3-85476-340-6

Mit Beiträgen von Hakan Gürses, August Gächter, Katrin McGauran, Ahmet İçduygu und Deniz Sert, Silva Me?narić, Bernhard Perchinig, Sabine Strasser, Vladimir Ivanović, Ayşem Biriz Karaçay, Joachim Stern, Vlatka Frketić , Ljubomir Bratić, Horst Widmer u.a.

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Gefördert durch:
ERSTE Stiftung, bm:ukk, european cultural foundation
Bundesministerium für Frauen und öffentlicher Dienst, Bundesministerium für europäische und auswärtige Angelegenheiten, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Frauenabteilung der Stadt Wien, Wien Kultur, Arbeiterkammer Wien, Wirtschaftskammer Österreich, Wirtschaftskammer Wien, Stadtimpuls, Österreichische Lotterien, Bezirksvorstehung Mariahilf

KooperationspartnerInnen:
ERSTE Stiftung, Akademie der bildenden Künste Wien, Wienbibliothek im Rathaus, zeitschrift juridikum, Mandelbaum Verlag, Okto, Peregrina, Universität Wien, IWK, Büchereien Wien, Queer Zagreb, Center for peace studies, Goethe Institut Kroatien, gangart, Volkshochschule Meidling
Die ERSTE Stiftung ist Hauptpartnerin des Projekts VIEL GLÜCK! Migration Heute

 
   
 
 
 
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