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STIMME Nr. 108/Herbst 2018:
Jede Stimme zählt! Für ein Wahlrecht für alle

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Jede Stimme zählt!
Für ein Wahlrecht für alle

Bis ins 20. Jahrhundert durften in Europa nur vermögende Männer wählen. Die Einführung des allgemeinen Wahlrechts, also die Möglichkeit für Männer und Frauen, an politischen Abstimmungen unabhängig von finanziellen Mitteln aktiv und passiv teilzunehmen, nahm ihren Anfang 1906 im Großherzogtum Finnland. In Österreich erhielten die Frauen das allgemeine Wahlrecht mit Ende des Ersten Weltkrieges im Jahr 1918. Es sollte Jahre dauern, bis Frauen in ganz Europa wählen durften. Als letztes europäisches Land schließlich kam 1984 Liechtenstein nach einem sehr knappen Volksentscheid (der Männer) dazu.
Heute freuen wir uns über das allgemeine Wahlrecht in Österreich und feiern aktuell sein hundertjähriges Jubiläum; wissend, dass es nach wie vor eine sehr große Gruppe von Bürger_innen gibt, die schon viele Jahre – manche davon ein Leben lang – in diesem Land leben, aber nicht mitbestimmen dürfen, da sie doch die falsche Staatsbürger_innenschaft besitzen. Konkret geht es dabei um 1,1 Millionen nicht wahlberechtigte Bürger_innen Österreichs im Wahlalter.
Was bedeutet der Ausschluss von nahezu 14 Prozent der österreichischen Wohnbevölkerung von der politischen Mitbestimmung für den Ausgang der Wahlen? Können wir unter diesen Umständen noch von Demokratie sprechen? Wie gehen andere EU-Länder mit der demokratischen Inklusion ihrer Wohnbevölkerung um? Unsere Autor_innen befassen sich mit diesen und anderen Fragen rund um die Demokratie. An dieser Stelle einen großen Dank an den Politologen Gerd Valchars für seine konzeptionelle Unterstützung bei der Entstehung dieses Heftes.

In unserem einführenden Beitrag legt stellt die Politikwissenschaftlerin Tamara Ehs stellt die Nichtwählerinnen in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Wer sind diese Menschen, warum machen sie von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch und welche Auswirkungen hat dies auf die Wahlergebnisse?
Gerd Valchars, der dieses Manko der Demokratie schon 2006 in seinem Buch „Defizitäre Demokratie. Staatsbürgerschaft und Wahlrecht im Einwanderungsland Österreich“ thematisierte, zeigt auf, welche Auswirkungen der Ausschluss in Österreich lebender fremder Staatsbürger_innen auf die Politikgestaltung und somit auf uns alle hat.
Melanie Konrad, ebenso Politikwissenschaftlerin, sprach mit der Juristin Antonia Wagner über die Eckpunkte der verfassungsrechtlichen sowie politikwissenschaftlichen Debatten zum Wahlrecht für fremde Staatsangehörige.
Um die Jahrhundertwende fanden sich Teile der Zivilgesellschaft und politischer Parteien in der Wahlrechtsforderung für alle zusammen. Mittlerweile ist es um die Wahlrechtsbewegung ruhig geworden. Der Menschenrechtler Philipp Sonderegger, an etlichen Kampagnen zur Öffnung des Wahlrechts aktiv beteiligt, blickt zurück und denkt über Perspektiven nach.
Dem Erlangen des allgemeinen Frauenwahlrechts in Europa ging ein langer Kampf der Frauenbewegung ab dem 18. Jahrhundert voraus. Dass das Frauenwahlrecht aber keine rein europäische Angelegenheit war und Frauen schon im 17. Jahrhundert nicht gänzlich vom Wahlrecht ausgeschlossen waren, lesen Sie in einem äußerst informativen Text, den uns die Historikerin Marija Wakounig zur Verfügung gestellt hat.
„Shaping Democracy“ nannte sich im vergangenen Sommer eine filmische Ausstellung im Rahmen des Vienna Shorts-Festivals. Claudia Schweiger fragte die Kurator_innen Doris Bauer und Daniel Ebner nach den Inhalten und Zielen der Ausstellung. In der Nachlese.

In dieser Ausgabe lesen Sie die achtzehnte und letzte Spurensicherung der Historikerin Vida Bakondy. Zum Abschied gibt sie uns Einblick in ihre eigene Familiengeschichte – eine Geschichte über Flucht, Migration und ihre Folgen. Liebe Vida, herzlichen Dank für deine wunderbaren Texte und für die umfassende Recherchearbeit, die jedes Mal dahintersteckte. Wir freuen uns, dass wir nach wie vor auf deine konzeptionelle Unterstützung für die Stimme zurückgreifen dürfen.

Sehr groß ist unsere Freude über die Verleihung des Wittgensteinpreises 2018 an die Musikwissenschaftlerin Ursula Hemetek, Mitbegründerin und langjährige Obfrau der Initiative Minderheiten. In dieser Ausgabe bringen Wegbegleiter_innen ihre Freude über diese Anerkennung zum Ausdruck.

Einen farbenfrohen Herbst mit viel Mitgestaltungsmöglichkeit für alle
wünscht
Gamze Ongan, Chefredakteurin

Stimmlage - von Hakan Gürses
Demokratie der Ungleichen - von Tamara Ehs
Über die wachsende Wahlrechtslücke, die uns alle betrifft - von Gerd Valchars
Das Kriterium der ökonomischen Leistungsfähigkeit ist überholt! - von Melanie Konrad
Wer ist Wir? - von Philipp Sonderegger
100 Jahre Frauenwahlrecht - von Marija Wakounig
Was für eine Frau! Weggefährt_innen gratulieren Ursula Hemetek zum Wittgensteinpreis 2018
Shaping Democracy - Claudia Schweiger
Lektüre:mit Beiträgen von Jessica Beer, Mehmet Fatih Tankır und Karl Markus Gauß
Spurensicherung - von Vida Bakondy
Herr Groll und der ökologische Fußabdruck - von Erwin Riess

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STIMME: Vierteljahrespublikation zu minderheitenspezifischen Schwerpunktthemen
Jahresabo Euro 20.-, 2 Jahresabo Euro 38.-
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Über die STIMME:

Die STIMME erscheint seit 1991 als Zeitschrift der Initiative Minderheiten. Wurden die ersten fünf Hefte noch von einem ehrenamtlichen Redaktionsteam in unregelmäßigen Intervallen herausgegeben, so erscheint die STIMME seit Anfang 1993 (ab Nr. 6) vierteljährlich in einer Auflage von derzeit 3.700 Stück.
Die Blattlinie ergibt sich aus der Programmatik der Initiative Minderheiten, die für eine minderheitengerechte Gesellschaft eintritt, in der individuelle Lebensentwürfe unabhängig von Merkmalen wie ethnischer, sozialer oder religiöser Zugehörigkeit, sexueller Orientierung und Behinderung als gleichberechtigt und gleichwertig anerkannt sind.
Vor diesem Hintergrund versteht sich die STIMME in erster Linie als eine mediale Plattform für Minderheiten. Jedes Heft beinhaltet einen minderheitenübergreifenden thematischen Schwerpunkt, in dessen Rahmen Anliegen und Forderungen minorisierter Gruppen formuliert und politisch-theoretische Überlegungen ausgetauscht werden können sowie nach gemeinsamen Strategien gesucht werden kann.
Menschenrechts- und Minderheitenorganisationen, so genannte Multiplikator_innen sowie interessierte Einzelpersonen bilden die Zielgruppe der STIMME.

Sollten Sie Interesse an einer bestimmten Ausgabe haben, kann diese via e-mail (email_icon This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it ) zum Preis von EUR 6,- (inkl. Porto und Versand) in unserem Wiener Büro angefordert werden. Ein Jahresabo umfasst jeweils vier Hefte und ist zum Preis von EUR 20,- erhältlich. Für Vereinsmitglieder der Initiative Minderheiten ist der Bezug kostenlos.

Die Liste der online verfügbaren Hefte finden Sie im Navigationsmenü rechts. Die neueren Hefte können Sie als pdf-Dateien herunterladen bzw. online lesen (ausgewählte Texte). Ältere Hefte sind im Archiv als html-Dateien verfügbar.

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STIMME - Zeitschrift der Initiative Minderheiten.

Chefredakteurin: Gamze Ongan

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